Galla
Das Album „Swing Kid“, jetzt draußen!
Galla stellt mit seinem Album eine seiner größten Lieben
dar: HipHop! Auf seinem ersten Solo-Album, vertont Galla alle seine
Facetten und kann seine Nachdenklichkeit in Worte fassen und sie
jedem zugänglich machen. Ein Vielzahl von Thematiken finden
sich innerhalb der 14 Tracks wieder, so fährt Galla das frauenfeindliche
Klischee von Rap gegen die Wand und wagt es seine verletzliche Seite
zu beschreiben. Eine, für das männerdominierte Rap-Biz,
mutige und gleichzeitig starke Tat. Und er schafft es somit die
Lücke, die der oberflächliche Rap der letzten Jahre hinterlassen
hat zu schließen.
Swing Kid Snippet
mixed by DJ Hype
Galla wächst in Bochum- Wattenscheid auf. Mit 13 hört
er Punkrock und fährt Skateboard. Irgendwann werden aus Gallas
Vans die ersten Adidas, aus den Sex Pistols Public Enemy. Ähnlich
wie Punk vermittelt die HipHop-Kultur Galla das Gefühl, zu
einer bestimmten Sache zu gehören, in die es sich lohnt, Liebe
zu stecken. Zu dieser Zeit ist das Lebensgefühl von HipHop
Rebellion. „Wir waren etwas Einzigartiges.“, erinnert
sich Galla. Als Galla 16 ist, gibt es einen Bruch in seinem Leben:
tragische Erlebnisse ereignen sich in seiner Familie. Galla wohnt
mal da, mal dort, probiert, sein Leben in den Griff zu kriegen.
Sein Leben ist ein ziemliches Chaos, bis er schließlich auf
Pahel stößt. Die beiden beginnen, zusammen Musik zu machen,
zuerst zu zweit als Filo Joes, später mit Aphroe und Mr. Wiz
als RAG. Der Rest ist Geschichte, die beiden Alben „Unter
Tage“ (1998) und „P.O.T.T.ential“ (2001) sind
Klassiker. Galla aber ist mit dieser gesättigten Situation
unzufrieden. Spätestens auf der „P.O.T.T.ential“-Tour
merkt er, daß das Ruhrgebiet in nicht mehr glücklich
macht. Glücklicherweise führt ihn die Tour auch nach Berlin.
Ziemlich schnell ist Galla klar, daß hier, in dieser hektischen
Stadt voller Veränderungen und Möglichkeiten, seine neue
Herausforderung liegen könnte. Gesagt, getan, Galla packt seine
Koffer und zieht nach Berlin - Kreuzberg. Er fängt noch einmal
bei Null an. Im Viertel trifft er Fuat, der ihn ins Studio einlädt,
wo er wiederum auf Volkan trifft, der Gallas Solostücke aufnimmt.
Die Beats dafür stammen größtenteils von Illfaded
Tre (Produzent von Da Germ und Brothers Keepers). Gallas Texte bleiben
persönlich. Es ist nichts, was Galla sich ausgedacht hat, sondern
Beobachtungen aus dem Alltag, eigene Erfahrungen und Sichtweisen,
aber auch darüber hinaus Reflexionen über Phänomene.
Verbunden mit melancholischen Instrumentalen ist ein zeitloses Werk
entstanden, das man genauso gut heute wie 2003, 2005, 2010 oder
2080 hören kann und das den verbreiteten pubertären Allmachtsfantasien
jüngerer Rapper, reife, ernsthafte Betrachtungen eines alten
Hasen gegenüberstellt.
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